Menschenrechte der Frauen
Verletzung ihrer Menschenrechte
Olympe de Gouges

Hannelore Schröder
"War Olympe de Gouges die politische Mutter der SPD-Väter?"

Geschichtsklitterung von SPD-Frauen zwecks Parteipropaganda

Im SPD-Verlag Parthas, Berlin, Chefin Inge Wettig-Danielmeier, Geschäftsführer Ehemann Klaus und Parteigenossin Gabriele Wachter, hat eben diese “zum 70. Geburtstag von Inge Wettig-Danielmeier” 2006 “Olympe de Gouges, Die Rechte der Frau und andere Schriften” herausgegeben, Preis Euro 24,- .

Eventuelle KäuferInnen sollten sich nicht narren lassen; es handelt sich nur um den aufgewärmten Kohl dreier Frauen vom seligen ROTEN STERN aus dem Jahre 1980! Ihr äusserlich und geistig bescheidenes Büchlein von damals ( ich habe es in Olympe de Gouges, Mensch und Bürgerin, Aachen 1995, S. 43 bereits kritisiert) ist nun, aufgebläht zu 190 Seiten Grossformat, mit 32 Seiten Kunstdruck angedickt und in buntes Hardcover gesteckt: Darauf eine blauäugige SPD-Frau im Pünktchen-Kleid. Wie passend!

Unbeschreiblich "demokratisch"?
1966: Koalition der schwarz-roten Petrokraten

Der Buchtitel und 15 kunterbunte Illustrationen von Annette Meurer, die nicht einmal für ein Kinderbuch taugen, sind Verlegerin Inge gut genug zur bildlichen Darstellung von Artikeln aus der “Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin” (1791). – Kommt Wettig-Danielmeier, auch Vorsitzende der ASF, wohl auf die Idee, das Programm der Partei-Väter mit derart kindischen, kitschigen und Vorurteile reproduzierenden Bildchen herauszugeben?- Sicher nicht: “Die Frau ist frei geboren” - aus einem Hühner-Ei - oder einem Schmetterling! – Die ”Rechte auf Freiheit, Eigentum und
(Rechts-)Sicherheit” sind bebildert mit einer Frau, die ein grosses Auto hochhält, als ob Mme de Gouges Strassenkreuzer für Frauen gefordert hätte! – Und so geht es fort: eine Frau mit Staubsauger, eine im Vogelkäfig; eine Frau vor ihrem Teller, auf dem ein Männchen liegt, das sie gleich verzehrt. Eine böse Männerfresserin! - Schliesslich:”Das Eigentum gehört beiden Geschlechtern, gemeinsam oder getrennt”: Frauen einen Kinderwagen – Männern ein Auto; Frauen eine Lampe – Männern ein Haus; Frauen einen Kochtopf – Männern Fussball! – Amen. Unsäglich. Bodenlos dumm. - Die Verlegerin gibt die bunten Bildchen auch als Postkarten heraus (18 Stück = 18,- Euro).

Ausserdem veranstaltet sie - zu ihrer Geburtstagsfeier - gleich noch eine Ausstellung in einer Galerie in Göttingen – zwecks Anbiederung bei Wählerinnen (Inge macht “Frauenpolitik”) - und für die heimische SPD-Clique, die reich geworden, auf den Höhen über der Stadt, auf der Sonnenseite, in ihren Villen thront. - SPD-Papas und ASF-Dienerinnen, ein erbärmlicher Kindergarten!

Die rote Orthodoxie verfolgt seit langem die Taktik, die mir von der schwarzen, der katholischen Kirche gut bekannt ist: eine mutige Frau oder eine ganze Bewegung mit eigenen Überzeugungen verketzern, verfolgen, verurteilen, verbrennen. - Lebt die Erinnerung und Wertschätzung dennoch unter dem ‘dummen‘ Frauenvolk fort, wie im Falle Johanna von Orleans oder der feministischen Bewegung, dann schamlos opportunistisch das Opfer scheinbar “rehabilitieren”, sich zu eigenen Propagandazwecken einverleiben, aber mit der Verfolgung fortfahren, wie bisher. Das tun hier SPD-gläubige Mitläuferinnen.
Parteifreundin Wachter schreibt schnell acht Seiten zusammen: Vorwort “Paranoia…” im Stile dümmsten, niederträchtigsten Sensationsjournalismus’, nicht behindert durch bescheidenste historische Kenntnis. Salopp und zynisch spricht sie von Mme de Gouges, die “1793 auf dem Schafott ihren Kopf verloren hatte”: es handelt sich um einen grausamen politischen Mord an einer schuldlosen Frau, Opfer der Willkürjustiz des Revolutionstribunals, des Terror-Regimes! - banalisiert zu “Kopf verloren!” – Es ist
empörend, wie Wachter mit dieser höchst bedeutenden, überaus mutigen Frau umspringt!

Keine einmalige Entgleisung. - 1904, behauptet sie, sei “schon einiges von Mme. de Gouges’ Forderungen selbstverständlich” – nur wenn frau nichts vom Code Napoleon und vom nur formalen Frauenwahlrecht erst nach (!) dem II. Weltkrieg weiss. - Nein, die Erklärung der Männervorrechte “hat sie (Mme Gouges) nicht verinnerlicht”, sondern mit ihrer Gegen-Erklärung entschieden bekämpft, was eine hörige Partei-Frau auch über 200 Jahre später noch nicht begreift: De Gouges normierte gleiche Bürgerinnenrechte für das rechtlose weibliche Volk, das tatsächlich allgemeine Wahlrecht; sie wollte keineswegs “vollumfänglich” Männer-Privilegien für Frauen, sondern deren Abschaffung ! - Plump-vertraulich nennt Wachter die scharfsinnige, feministische Denkerin beim Vornamen, als wäre sie eine Genossin der ASF. Wagt sie es, ihre Partei-Patrokraten Karl, Fritze und August auch salopp beim Vornamen zu nennen? Nein, vor den Papas geht eine gute SPD-Tante immer in die Knie!

In völliger Unkenntnis ihrer Werke behauptet Wachter: Mme de Gouges “verhält sich völlig konform mit dem Zeitgeist” – ihr primitives Vorurteil. Hahnebüchend ist ihre Unkenntnis der Ständeordnung des 18. Jahrhunderts: der Marquis Lefranc de Pompignan, Feudalherr von Montauban, “bewarb” sich keineswegs “um ein hohes Amt”, er erbte es von seinem Vater. – So geht es auch bei der SPD zu.

Wachter hat keine blasse Ahnung von den damals geltenden kanonischen Ehegesetzen: Frauen generell, sicher Mädchen von 17 Jahren, stehen unter Curatel, können sich also weder vor noch nach der Heirat etwas notariell beurkunden lassen; das können nur ihre Vormünder, die über Frauen, Eigentum und Mitgift verfügen.

“Nach dem schnellen Abgang ihres Ehemannes” Aubry - nein, feststeht, dass er sehr bald nach der Heirat starb, denn Marie Olympe wurde offiziell “Witwe Aubry” genannt. Sie war also frei und konnte eine “Affäre” haben, wenn sie wollte. Doch Wachter geht es darum, die “Frauenrechtlerin” (gemäss doppelter Herrenmoral) - moralisch zu vernichten: Sie übernimmt ohne nachzudenken selbst den bösartigsten, niederträchtigsten Männerklatsch und unterstreicht ihn noch, völlig unfähig, die infamen Lügen, die antifeministische Hetze mit kritischen Abstand zu betrachten: Mme de Gouges “liess sich aushalten”(Pfui!) ; sie “rang dem wohlhabenden Mann eine Leibrente ab”(der arme Kerl?); Wachters primitives Vorurteil: Mme de Gouges hat “so manchen vermögenden Mann um Hab und Gut gebracht hat.” Selbst wenn es wahr wäre, ist das ein Grund, “arme”, aber reiche, privilegierte Männer zu bedauern? Aber diese rechtlose Frau zu verteufeln? – Es war gesetzlich verboten, dass Männer auch nur einen Teil ihres Eigentums an Frauen übertrugen!

De Gouges lebte angeblich in Saus und Braus, wechselte “vermutlich” die Herren, wie das Hemd, eine “Kurtisane” – in wechselnden, eigenen Salons? – Nein, sie bewohnte meistens nur ein Hotelzimmer! - Angeblich verbringt sie ihre Jahre mit Zerstreuungen, Festen, Amusements aller Art – “mit gepuderten Marquis’. – Wann bitte, hat sie sich autodidaktisch gebildet? - Wann ihre Theaterstücke, Romane und politischen Schriften produziert? – Seit 1981 sind bereits 135 Titel bekannt! Wachter hat davon keine blasse Ahnung. Auch hält sie Mme Necker und ihre Tochter, Mme de Stael, für die gleiche Person!
Das “Vorwort für die Damen, oder Porträt der Frauen!” - ist keineswegs Marie Antoinette gewidmet!

Frauen der Revolutionszeit besitzen nicht eine einzige Zeitung; sie müssen ihre kritischen Kommentare und Forderungen also auf eigene Kosten drucken. Das tut Mme de Gouges. Walter: “Bei Druckern und Setzern steht sie bald tief in der Kreide”. Wie das? - sie ist doch so reich!? - “Bietrix, der schon in der Vergangenheit immer wieder eingesprungen war, muss ein letztes Mal finanziell bluten” – da blutet auch das sozialdemokratische Herz der guten Frau Wachter, die sich auf die Seite des privilegierten Herren schlägt. - Mit der “Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin” (1791) – “erwirbt sie viel Sympathie und Anerkennung.” – Wirklich? - Von wem denn? – Von ihren Verfolgern und Mördern? Von den vielen frauenhassenden (männlichen) Hetzern? – “…Anerkennung nicht nur bei den Frauen”, nein, nein, diese Millionen zählen nicht! (Wie bei der SPD.) - Ein einziger Mann hat doch unendlich grösseres Gewicht, der Marquis de Condorcet. Dessen Sympathie braucht Mme de Gouges nicht zu erwerben, der hatte 1789 (nicht 1790) wenigstens theoretisch “Über die Zulassung der Frauen zum Bürgerrecht” geschrieben (1979 von mir erstmalig in Deutsch veröffentlicht). - Welch gemischter Salat im Kopf der Frau Wachter.
Sie schreibt “Robbespiere” - so. - Liest denn da keine Korrektur? Gibt es dort keine Lektorin? Diese dummen SPD-Damen könnten ja mal feministische Forschungsergebnisse lesen. Oder haben sie etwa ein Recht auf Dummheit? – Verblüffend, wieviel groben Unfug eine Partei-Frau auf knapp acht schmalen Seiten unterbringt! - Elke Ferner in ihrem Nachwort ( vier Seiten) ist etwas gemässigter, jetzt geht es um Einverleibung der feministischen Ketzerin Mme de Gouges! - Es wimmelt auch hier von falschen Angaben: Lediglich 19 Kurztexte sind keine “Wiederveröffentlichung der Schriften”. Eine Gesamtausgabe, die es immer noch nicht gibt, macht mindestens sieben Bände aus! Wie die Gesammelten Werke von Mary Wollstonecraft! - Und: “die radikalen Gedanken einer Frau” - es handelt sich allerdings um die einer radikalen Feministin - sind nicht zu verwechseln mit Gedanken der SPD-Väter, die sich für “radikal” halten, ohne jemals an die Wurzel zu gehen! Deren sogenannte Menschenrechte waren/sind nur Vorrechte für ihr eigenes, höheres Geschlecht – auf dem Rücken rechtloser, beraubter, unterjochter Frauen! - Frau Ferner verdunkelt die politischen Interessen-Gegensätze zwischen Feministinnen und SPD-Antifeministen, nebst Mitläuferinnen von Zetkin bis zu Inge, Hertha usf.! Frau Ferner will mit Brachialgewalt sogar Gemeinsames ins Programm ihrer Papa-Partei und das dieser radikal-feministischen Bürgerrechtlerin hineinschmuggeln. Das ist dumm-dreiste Geschichtsklitterung.
“Gegenwärtig benutzen wir andere Begriffe…” - wer? – Die Partei-Herren und ihre ASF-Frauen?

Zwischen diesen und parteiunabhängigen Feministinnen gab es noch nie eine gemeinsame Sprache, gemeinsame Grundbegriffe und Ziele! – Darüber täuschen weder Lügen-Propaganda noch öde Worthülsen hinweg, wie: “ wir sprechen…”, wir beklagen…”, “wir verlangen”, “wir haben eingeführt”, “wir fordern”, “wir sorgen für”….wofür denn? – Das einzige, wofür die Partei tatsächlich gesorgt hat, verschweigt Frau Ferner: Die Legalisierung der Zuhälter, Bordellhalter und Frauenkäufer, Besteuerung der Sexualsklaverei, die ”Kreation” eines “normalen Frauenberufs” – Hure! – Da machen alle SPD-Frauenpolitikerinnen willig mit! – Nie etwas gehört von Grundrechten! - Ja, ja, in “der Sozialdemokrate…hatte das Thema Menschenrechte immer besondere Relevanz!” – Das sieht jedefrau gleich, wenn sie eine Zeitung aufschlägt: “Stellenangebote” für erwerbslose Frauen – im Bordell! –Menschenrechte der Fauen – im Bordell!!! – Dennoch, hirnlos weiter mit der endloser Lobhudelei auf die HERRliche Zuhälter-Partei und die ASF-Mittäterinnen - Wettig-Danielmeier und Genossinen. – Welch’ dreiste Frauen-Verdummung!
Denn das “Markenzeichen, das die SPD-Frauen nicht aufgeben werden” – ist ihre Politik der gesetzlich abgesegneten Sexualsklaverei! – Hertha machts möglich.

Die “Ideen der Mütter” – sie meint allen Ernstes feministische Mütter wie Mme de Gouges! - lassen sich dafür nicht vereinnahmen, verfälschen und missbrauchen – doch die sind nicht zu verwechseln mit den SPD-Bordell-Müttern! - Was tun mit dieser schmierigen Partei-Reklame? - In den Müll! Sofort.

 

 

 

Zum Seitenanfang Seitenanfang

© 2006-2014 Hannelore Schröder | Sitemap | Stand: 26.09.2014

Olympe de Gouges